rückblick

Humanomics 2014:
 Off Limits – Spielregeln für die 24-Stunden-Ökonomie!

 

Welche Spielregeln brauchen wir für die 24-Stunden-Ökonomie? Mit dieser Frage setzten sich 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim 5. Humanomics-Kongress am 24. September 2014 in Köln auseinander. In Fishbowl-Runden, Workshops und Interviewrunden im Storytelling-Format diskutierten Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft wie sich Digitalisierung und Entgrenzung auf das Arbeits- und Privatlebens auswirken. Positive Beispiele im Umgang mit den Herausforderungen in der neuen Arbeitswelt standen dabei im Mittelpunkt der Dialoge.

 

Emails, Smartphones, Chats: Im Fishbowl diskutierten u.a. Coach Sebastian Purps-Pardigol (Mitte) und Upstalsboom-
Geschäftsführer Bodo Janssen (rechts) darüber, ob Unternehmen Spielregeln brauchen, um ihre Beschäftigten vor
Stress zu schützen (Foto: pme Familienservice)

 

"Regeln dürfen nicht die Kreativität lähmen, die in den digitalen Möglichkeiten steckt"

 

"Sollen Firmen zum Abschalten ermutigen? Brauchen wir Gesetze, um Stress und Burnout zu verhindern?", fragte Gisela Erler, Gründerin der pme Familienservice Gruppe und heute Staatsrätin in Baden-Württemberg, zu Beginn des Tages. "Ich bin da zögerlich", befand die Politikerin. "Gesetze schränken Menschen ein. Tarifsysteme, Betriebsratsregeln und andere Regularien dürfen nicht die Kreativität und Begeisterung lähmen, die in den digitalen Möglichkeiten steckt. Allerdings müssen Menschen auch abschalten können. Und dafür braucht es in der 24-Stunden-Ökonomie Vertretungslösungen und Leitplanken zur Orientierung."

 

Dokumentarfilmer Florian Opitz (links) ging in seinem Dokumentarfilm „Speed"auf die Suche nach der verlorenen Zeit.
"Ich bin kein geläuterter Mensch nach dem Film. Durch den Film habe ich aber die Funktionsweise des
Hamsterrads verstanden." (Foto: pme Familienservice)

 

 

"Ich habe die Funktionsweise des Hamsterrads verstanden"

 

Einen weiteren Auftakt zum Tag gab der Filmemacher Florian Opitz Florian Opitz im Dialog mit Holger Scholz von den Kommunikationslotsen. Für seinen Dokumentarfilm "Speed – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" traf er Zeitmanagement-Gurus, Burnout-Experten, Aussteiger und Unternehmensberater. "Durch vielen Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen in meinem Film habe ich die Funktionsweise des Hamsterrads verstanden. Heute versuche ich mir bestimmte Zeiten für meine Familie freizuhalten und mich immer wieder zu disziplinieren – zum Beispiel versuche ich am Wochenende keine Mails zu checken", sagte Opitz. "Den Film zu machen, hat sehr viel Zeit erfordert. Zur Qualitätsprüfung musste ich ihn immer wieder 'liegen lassen' und neu daran arbeiten. Diese Arbeit ist das Gegenteil von Beschleunigung und stetigem Austausch, der zum Beispiel in Redaktionskonferenzen stattfindet. Menschen brauchen Zeit für Kreativität. Dafür muss man sie im Feierabend in Ruhe lassen."

 

"Wenn wir herausfinden wollen, welche Spielregeln wir für die beschleunigte Arbeitswelt brauchen, müssen wir
zunächst der Warum-Frage näher kommen: Warum sind wir eigentlich gestresst? Ist es vielleicht die Kollegin
mit der ich in Konkurrenz stehe oder ein Chef, der mich unter Druck setzt?", fragt Greta Konrad von der
Agentur Dark Horse (Foto: pme Familienservice)

 

"Bei uns machen die Mitarbeiter die Spielregeln für die Zusammenarbeit selbst. Wir machen damit sehr gute Erfahrungen", sagte Greta Konrad von der Berliner Agentur Dark Horse Innovation, in der 30 Akademiker der Generation Y aus 25 Fachdisziplinen hierarchiefrei zusammen arbeiten. "Selbstbestimmtes Arbeiten ist heute noch immer keine Selbstverständlichkeit in Unternehmen", ergänzte Konrads Kollegin Diemut Bartl. "Das Interesse an unserer Arbeit ist ungebrochen, was für mich bedeutet, dass man in anderen Organisationen gewillt ist, das eine oder andere unserer Arbeitsweise für sich zu extrahieren und für einen anderen Kontext zu skalieren." Beide stellten im Workshop "Off Limits – Thank God it's Monday!" die radikal neue Unternehmenskultur ihrer jungen Agentur vor.

 

Kerstin Prothmann, Personaldirektorin bei PayPal, hielt fest, dass viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich klare Regeln wünschen, gerade bzw. obwohl in ihrem Unternehmen eine große Offenheit gegenüber neuen Arbeitsformen und selbstverwalteter Arbeitsorganisation herrsche. "Wir sind ein amerikanisches Unternehmen mit Campus-Atmosphäre, Tischtennisplatten und einer Vertrauenskultur. Trotzdem wünschen sich unsere Mitarbeiter eine Arbeitsordnung, die präzise besagt, dass sie um 17 Uhr den Stift auf den Tisch fallen lassen dürfen. Es hilft nichts, immer wieder zu betonen, dass jeder freibestimmt über seine Arbeitszeit entscheiden kann. Die Vorbildfunktion von Führungskräften ist hier elementar wichtig."

 

"Wir müssen eine innere Haltung aufbauen"

 

"Vielen Mitarbeitern fehlt in der entgrenzten Arbeitswelt der Halt. Früher gab es ein Korsett, das zeigte, wie Arbeit organisiert sein muss. Heute müssen wir alle eine innere Haltung aufbauen. Erst dann kann jeder Einzelne entscheiden: Was will ich und was kann ich und dann seine eigenen Regeln schaffen", sagte Bodo Janssen, Geschäftsführer der Hotelkette Upstalsboom.

 

"Natürlich gibt es heute schon Regeln zum Schutz des Mitarbeiters, zum Beispiel durch das Arbeitszeitgesetz. Aber der Gebrauch eines Diensthandys setzt diese Regeln außer Kraft. Durch die Digitalisierung der Arbeitsabläufe klaffen Theorie und Praxis heute weit auseinander. Nicht jede wohlmeindende, in Regularien vorgeschriebene Policy, kann in der Unternehmenspraxis gelebt werden", gab Sabria David vom Slow Media Institut in der Fishbowl-Diskussion zu bedenken.

 

Einig waren sich Fishbowl-Diskutanten, dass die Lösung nur an der Schnittstelle von Organisationen, Führungskräften und der Selbstverantwortung des Mitarbeiters gefunden werden kann.Es wurde deutlich, dass es bei den Spielregeln für die 24-Stunden-Ökonimie letztlich um Aushandlungsprozesse in den Unternehmen und Organisationen geht und dass jede Organisation sie für sich passenden Modelle suchen und gegebenenfalls kreieren muss. 

 

Erfahrungsaustausch im Storytelling-Format

 

Am Nachmittag nutzen die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre persönlichen Erfahrungen mit der Digitalisierung und der Entgrenzung des Arbeits- und Privatlebens im Format des Geschichtenerzählens auszutauschen (Storytelling). Positive Beispiele, wie jeder Einzelne heute schon mit den Herausforderungen in der neuen Arbeitswelt umgeht, standen dabei im Mittelpunkt der Dialoge und Gesprächsrunden. Deutlich wurde, dass es trotz aller Unterschiede in den Organisationen und Unternehmen letztlich um dieselben Strategien geht: Mut zu haben, Neues auszuprobieren, transparent mit Informationen umzugehen und eine positive Fehlerkultur zu etablieren.

 

„Take time to save time"


Immer wieder fiel in den Gesprächen der Satz „Take time to save time". Es wurde betont, dass es ratsam ist, sich Momente der Entschleunigung zu gönnen, wenn man etwas Neues entwickeln oder ausprobieren möchte. Die beschleunigte Arbeitswelt verführt dazu, Entscheidungen zu schnell zu treffen und zu selten Zeit in echte Begegnungen und intensiven Austausch zu investieren. Der diesjährige Humanomics Kongress hat durch das dialogische Format eben diese tief gehende Auseinandersetzung mit dem Thema "Off Limits" ermöglicht.

 


170 Vor- und Querdenker aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur diskutierten einen Tag lang in den
BALLONI Hallen in Köln (Foto: pme Familienservice)

 

 

Moderator Holger Scholz von den Kommunikationslotsen führte
durch den Tag (Foto: pme Familienservice)
 
 

MEHR FOTOS VOM KONGRESSTAG FINDEN SIE AUF FLICKR: WWW.FLICKR.COM/PHOTOS/PME_FAMILIENSERVICE
 
 
Humanomics 2012
 Mixed Teams, Mixed Emotions!


Können Teams und ganze Organisationen intelligenter sein als andere?
 

Der Fachkongress "Humanomics 2012 – Mixed Teams, Mixed Emotions!" zeigt: Wie funktioniert Kooperation und Kommunikation in gemischten Teams – konstruktiv, befügelnd, auf Augenhöhe? Welche Unternehmenskultur fördert echte Diversität und wirklich kreative Zusammenarbeit? Wie sieht die Zukunft eines erfolgreichen Geschlechtermanagements aus?

 

Um die Potenziale der Teamarbeit voll auszuschöpfen, muss Verständnis dafür geschaffen werden, wie Menschen mit unterschiedlichen Motivationen und Kompetenzen optimal zusammenarbeiten. Das Feld des Geschlechtermanagements wird zur zentralen Frage. Denn trotz positiver Entwicklung in den letzten 20 Jahren scheitern oft vor allem Frauenkarrieren an den Hindernissen, die in der Arbeit von gemischten Teams liegen.


Pionierarbeit für die Themen Diversity und Work-Life-Balance


Der Fachkongress "Humanomics 2012 – Mixed Teams, Mixed Emotions!" fand im Jahr unseres 20-jährigen Firmenbestehens statt. 20 Jahre pme Familienservice, das steht für die Entwicklung wegweisender Konzepte der Personalarbeit, die wir zusammen mit unseren Kunden in über 650 Unternehmen, Institutionen und Behörden vorangetrieben haben. Gemeinsam haben wir Pionierarbeit für die Themen Diversity und Work-Life-Balance geleistet und vieles verändert. Ein wahrer Grund, diese Themen im Rahmen des Kongresses näher zu betrachten und zu diskutieren.

 

Der IV. Humanomics – Mixed Teams, Mixed Emotions! fand am 28. September 2012 in Berlin im Umweltforum Auferstehungskirche statt.

 

Top-Referenten

 

Prof. Dr. Gerald Hüther

Hirnforscher und Initiator kulturwandel.org

 

Prof. Dr. Gesine Schwan

Präsidentin der Humboldt-Viadrina School of Governance in Berlin

 

Gisela A. Erler

Staatsrätin in Baden-Württemberg und Gründerin der pme Familienservice Gruppe

 

Anke Domscheit-Berg

Unternehmensberaterin fempower.me


Anwesend waren Dialogpartner von Unternehmen und Initiativen:
Microsoft Deutschland GmbH | IBM Deutschland GmbH |Hypovereinsbank/UniCredit Bank | Gebrüder Heinemann SE & Co. KG | IBM Deutschland GmbH | ERGO Versicherungsgruppe AG | Deutsche Gesellschaft für Personalführung mbH | Deutsche Lufthansa AG  | Ford-Werke GmbH  | Ernst & Young  | LBS | Audit berufundfamilie  | hhp Berlin  | Väter gGmbH und viele mehr.

 

 


 

 

 

.

Humanomics 2011: Geld oder Liebe?
 Motivation im 21. Jahrhundert

 

Worin liegt das Geheimnis der Mitarbeitermotivation?

Dieser Frage ging der Humanomics-Kongress am 16. März 2011 auf den Grund. Denn: So wie Unternehmen keine Organigramme sind, sind Menschen keine Maschinen, die man mit Gehältern nähren oder durch Befehle wirksam steuern kann.

Wer die Zukunft mitgestalten und seiner Firma langfristigen Erfolg sichern möchte, muss sich auf Erkenntnisse der interdisziplinären Wissenschaften beziehen, wie z.B. die Leistungs-und Organisationsforschung, Geschlechterforschung und die Neurobiologie.

Mit ihren Thesen und Handlungsstrategien durchbrechen unsere Topreferenten die glatte Oberfläche vieler Personalkonzepte und decken Fehlerquellen auf.

 

Top-Referenten
 

Niels Pfläging
Bestsellerautor und Experte für Führung und radikale Veränderung


Matthias Horx
Zukunfts- und Trendforscher


Gisela Erler
Familienforscherin und Unternehmerin


Heike Drechsler
Olympiasiegerin
 

Marco Nink

Gallup Consulting Deutschland

 

 

   
   

 

Humanomics 2010
 Auf die Arbeitsplätze. Fertig. Fit.

 

Wie erhalten wir in Zeiten des demographischen Wandels und der Krise die Beschäftigungsfähigkeit der Menschen?



 

Neuste Ergebnisse der Bertelsmann Stiftung zeigen, dass Unternehmen trotz Finanzkrise in betriebliche Gesundheit investieren wollen (Personalmagazin, Ausgabe Februar 2009). Ein Drittel aller Befragten will Gesundheitsangebote ausbauen und 17 % wollen erstmals Gesundheitsleistungen anbieten. Das verdeutlicht die hohe Relevanz der Thematik.



 

Humanomics2010 zeigte in Praxisbeispielen, wie ein integriertes Gesundheitsmanagement als Erfolgsstrategie der Zukunft genutzt werden kann und gab Antworten unter anderem auf folgende Fragen:




 

Gesundheitsbegriffe stehen im Wandel – welche interdisziplinären Ansatzpunkte gibt es?

 Wie etablieren andere Unternehmen erfolgreich Gesundheitsförderung?

 Welche Präventionsangebote von staatlicher Seite und aus dem Dienstleistungssektor gibt es?

 Was steckt hinter Mitarbeiterunterstützungsprogrammen, zum Beispiel zu Ernährung, Bewegung, Sucht, Stress, Lebenslagencoaching?

 

Top-Referenten

 

Prof. Dr. Bernhard Badura

Experte für Gesundheitsmanagement Universität Bielefeld

 

Matthias Horx

Trend- und Zukunftsforscher

 

Udo Pollmer
Lebensmittelchemiker und
Leiter des Europäischen Institutes für Lebens-
mittel- und Ernährungswissenschaften e.V. ( EU.L.E. e.V.)


Medienpartner

BrandEins und Personalwirtschaft


Kooperationspartner

Zukunftsinsititut GmbH und Edgar Itt Group – Coaching for Leadership

 

Sponsor

CEKA – Bewegung ins Büro
 

 

Besuchen Sie uns auf:

  

Hier geht's zu

den Tickets


Werden Sie Sponsor

des Humanomics 2016

Fragen Sie uns!

Wir sind für Sie da.